Gedanken zu Tehillim: Jüdische Musik in Forschung und Praxis
Als Gründungsdirektor des Zamir Chorale of Boston, langjähriger Professor für Musik und Chorleiter an der Northeastern University sowie Gastprofessor am Hebrew College verbindet Jacobson musikalische Praxis mit wissenschaftlicher Forschung. Seine Chorwerke werden weltweit aufgeführt. Mit seinem Buch „Chanting the Hebrew Bible“ und als Mitautor von „Translations and Annotations of Hebrew Choral Repertoire“ hat er wichtige Beiträge zur Vermittlung jüdischer Musik geleistet.
Zwei Aufsätze zur Welt der Psalmen
Die im Journal of Synagogue Music erschienenen Artikel „Decoding the Secrets of Psalms“ und „Cantillation of Psalms“ laden dazu ein, sich näher mit den Psalmen und ihrer musikalischen Überlieferung zu beschäftigen. Beide Texte stehen Ihnen auf dieser Seite als PDF zur Verfügung.
So begleitet uns Joshua R. Jacobson auch aus der Ferne bei unserer Begegnung mit der Welt der Psalmen. Wir wünschen Ihnen viel Freude und anregende Gedanken bei der Lektüre!
The Cantillation of the Psalms
Kantillation ist die Kunst, einen biblischen Text im Rahmen eines Synagogengottesdienstes singend vorzutragen. Traditionell übernimmt dies ein Solist, der in freiem Rhythmus ein altes System musikalischer Motive verwendet. Diese Motive werden im Text durch sogenannte ek phonetische Zeichen, die Te’amim, gekennzeichnet. Dieses Zeichensystem wurde vor mehr als 1.100 Jahren an der Ben-Ascher-Schule in Tiberias entwickelt und fand schließlich in allen jüdischen Gemeinden Anerkennung. Die Zeichen geben jedoch mehr als nur die musikalischen Motive an: Sie kennzeichnen auch die korrekte Aussprache jedes Wortes und gliedern den Satz entsprechend seinem grammatischen Aufbau. [ …]
Decoding the secrets of the psalms
Wurde je ein Buch häufiger vertont als das Buch der Psalmen? Seit mehr als zweitausend Jahren inspirieren die poetischen Lieder dieser Sammlung zur Schöpfung großartiger Musik: von einstimmigen Gesängen über mehrstimmige Kompositionen und populäre Melodien bis hin zu sinfonischen Meisterwerken. Angeregt durch die Worte des 96. Psalms „Singet dem Herrn ein neues Lied“ haben Musiker in jeder Generation diese Verse voller Gebet, Klage, Lob und Dank in der musikalischen Sprache ihrer eigenen Zeit neu interpretiert. [ …]